Was heißt Ultraleichtfliegen?

Seit 1982 gibt es sie: Ultraleichtflugzeuge! Nach den Regeln der Luftfahrtgesetze sind sie als Luftsportgeräte eingeordnet. Geboren als Alternative zu den bisherigen Luftsportarten führt uns die Ultraleichtfliegerei wieder zu den Ursprüngen des alten Menschheitstraums vom Fliegen zurück. Nicht aufwendig, schnell, teuer und reglementiert zu fliegen, ist die Devise der Ultraleichtpiloten, sondern unkompliziert, einfach und frei von komplexen Bestimmungen. Dennoch, als Teilnehmer im Luftverkehr sind gewisse Regelungen einzuhalten.  Fliegen zu erleben ist das Ziel der Luftfahrer. Ihnen eröffnet sich eine neue Dimension. Allein oder gemeinsam im Doppelsitzer können Sie ihre Flüge genießen. In einem einfachen Fluggerät vom Boden gelöst, gleiten Sie über Wiesen, Dörfer, Seen, Schlösser und Täler. Keine Staus, Leitplanken, keine Schilderflut begrenzen ihre Bewegung, fordern ständige Konzentration. Sie haben Zeit, Ihre Umgebung zu entdecken. Der Himmel am Horizont ist die einzig erkennbare Grenze. Die Erde liegt Ihnen zu Füßen.

 

Was sind die Kriterien von UL-Flugzeugen?

Das geringe Leergewicht von weniger als 300 Kg birgt eine Menge von Vorteilen für die Nutzung eines UL´s. So sind UL´s mit deutscher Zulassung mit nur 60 dB(A) nicht nur dank neu entwickelter Technik, die leisesten Verbrennungsmotor getriebenen Luftfahrzeuge der Welt, sie sind mit nur 8 - 15 Litern Treibstoffverbrauch (Benzin bleifrei) pro Flugstunde auch noch extrem genügsam. Spitzengeschwindigkeiten von 250 km/h sind möglich. Die Reichweite beträgt bis zu 1.500 km. Sie fliegen in der Regel in einer Höhe zwischen 150 und 3000 Metern. Ultraleichtflugzeuge sind mit Kompass, Höhenmesser, Fahrtmesser und Flugfunk ausgerüstet, sie werden nach strengen technischen Bestimmungen überprüft, bevor ihnen die Zulassung erteilt wird. Die Mindestgeschwindigkeit von nur 65 km/h erlaubt besonders langsame Landungen. Die Betriebssicherheit ist durch jährliche Nachprüfungen garantiert. Der Deutsche Aero Club und der Deutsche Ultraleichtflugverband sind vom Bundesminister für Verkehr beauftragt, dafür zu sorgen, dass die Luftsportler sicher, möglichst risikolos und ohne andere zu belästigen die Freiheit zwischen Erde und Himmel genießen können. Man unterscheidet zwei Hauptgruppen von Ultraleichtflugzeugen, die sich äußerlich durch die Form ihrer Tragflächen als auch flugtechnisch durch die Art der Steuerung unterscheiden. Neu hinzu gekommen sind Tragschauber, motorgetriebene Gleitschirme und ultraleichte Segelflugzeuge.

In einem gewichtskraftgesteuerten UL (Trike) sitzt man in einem dreirädrigen Fahrwerk aus hochfestem Aluminium und wird von einem Ultraleichtflugdrachen getragen. Der Motor ist hinter dem Piloten angeordnet. Trikes vermitteln dem Piloten und seinem Begleiter in etwa das Gefühl des Motorradfahrens in der Luft. Gesteuert werden sie durch Verlagerung des Gewichtes.
Die sog. aerodynamisch gesteuerten UL´s (3-Achser) sehen aus wie ein normales Flugzeug und werden auch so mit Hilfe von Pedalen, Rudern und einem Leitwerk gesteuert. Ihr Flugverhalten ist dem von Sportflugzeugen ähnlich; man fliegt insgesamt komfortabler und windgeschützter.


Wie wird man Ultraleichtflieger?

Ganz einfach, Sie nehmen mit uns Kontakt auf, lassen sich eingehend beraten. Wir bieten Ihnen mit einem ersten "Schnupperflug" im Doppelsitzer das Gefühl des Fliegens kennenzulernen. Und ziemlich sicher hat es Sie dann gepackt. Die Faszination des Losgelöstseins vom Boden hat Sie in Ihren Bann gezogen! Aber wir wollen nicht zu viel verraten, denn probieren geht über studieren und das Fliegen will erlebt sein. Wer das Fliegen erlernen will, muss 100% davon überzeugt sein. Die Ausbildung wird ganz groß geschrieben, da nur ein sicherer Pilot in den ganzen Genuss des stressfreien Fliegens kommt.
Das Wichtigste vor Beginn der Ausbildung ist eine fliegerärztliche Untersuchung, die von einem speziell dafür ausgebildeten Fliegerarzt vorgenommen wird. Wo der nächste Fliegerarzt in Ihrer Nähe seinen Sitz hat, erfahren Sie über uns. Wenn diese leicht zu nehmende Hürde genommen wurde, werden Sie Mitglied in unserer Ultraleichtfluggruppe. Dazu sind einige Formalitäten zu erledigen, wie z.B. den Aufnahmeantrag  und die Ausbildungsmeldung zu unterschreiben.

 

Was kommt auf mich zu?
 
Sie fangen in der Regel mit dem praktischen Teil der Ausbildung an. Einer unserer erfahrenen Fluglehrer führt Sie in die Gegebenheiten unseres Flugplatzes ein, erklärt Ihnen das Schulflugzeug.  Bereits am ersten Ausbildungstag gehen Sie in die Luft und werden selbst das Flugzeug steuern. Wenn Sie das Gerät sowie Starts und Landungen sicher beherrschen, Not- und Außenlandeübungen sowie Ziellandungen geübt haben, werden Sie nach einer Überprüfung von einem zweiten Fluglehrer Ihren ersten Soloflug durchführen. Ein unvergessliches Erlebnis für jeden Flieger.
Bis zu diesem Zeitpunkt  haben Sie im begleitenden Theorieunterricht in 60 Std. alles erfahren über Technik, Aerodynamik, Luftrecht, Sicherheit, Navigation, menschliches Leistungsvermögen, Wetterkunde und Flugfunk. In einer Theorieprüfung stellen Sie Ihr Wissen unter Beweis.
Sie werden von uns zum perfekten Piloten ausgebildet. Dazu gehört genauso Verhaltenstraining in "besonderen Fällen" wie Überlandflugeinweisungen und Flüge zu anderen Plätzen. Nach einigen erfolgreichen Überlandflügen allein naht nun der "krönende Abschluss", die praktische Prüfung mit Navigationsflug über Land, Notlandeübungen und drei Ziellandungen am Heimatflugplatz. Fertig! Und wenn Sie ein wenig Angst vor dem Lernen haben: Es ist gar nicht so schwer, wie es sich anhört, und Spaß macht es in der Gruppe auch. Letztlich dient das alles Ihrer Sicherheit und Ihrem Genuss am unbeschwerten Fliegen. Wenn Sie sich "ranhalten" und etwas Glück mit dem Wetter haben, dann sind Sie in 6 bis 8 Monaten stolzer Besitzer Ihres Flugscheines.

Ist UL-Fliegen gefährlich?

Das Leben an sich ist gefährlich! Aber ohne Spaß. Es ist sicher ein größeres Risiko, über eine normal befahrene Straße zu gehen oder mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, als mit einem technisch einwandfreien UL nach gelernten Regeln durch den Himmel zu wandern. Nur eines ist sicher: Beim UL-Fliegen ist sich der Pilot selbst die größte Gefahr. Selbstüberschätzung, Überheblichkeit, Nachlässigkeit, Profilierungssucht und das Ignorieren von Regeln und Bestimmungen sind bei den meisten der wenigen Unfälle, die Ursache. Technisches Versagen als Ursache eines schweren Unfalls ist nahezu ausgeschlossen. Sollte das Flugzeug trotzdem einmal in eine unkontrollierte Fluglage geraten, ist das vorgeschriebene Rettungsgerät, ein Fallschirm, an dem das ges. Flugzeug hängt, zu aktivieren. Mit Hilfe eines Raketenantriebes wird der Fallschirm aus seinem Behälter so schnell herausgeschossen, dass eine Rettung noch in geringer Höhe möglich ist. Mehr Sicherheit geht nicht.


Was ist das Besondere an der UL-Fliegerei?

Die UL´er sind eine Gruppe begeisterter, lebensfroher, aufgeschlossener Menschen, zu denen Sie schnell Kontakt finden, und die Sie gerne in ihren Kreis aufnehmen. Vereinsmeierei und Imponiergehabe sind uns fremd, und strenge Disziplin gibt es nur dort, wo es um die Sicherheit geht. Gemeinsam die Faszination des Fliegens erleben und nach Sonnenuntergang über die Erlebnisse des Tages klönen, Toleranz üben und herzhaft lachen, sich gegenseitig achten und unterstützen, das ist die Ultraleichtfliegerei, wie wir sie mögen. Sie sind dazu immer herzlich willkommen.

P5160279

 

P8190009

 

Flugplatz864

 

IMG 1858

 

BVL-Halle-3

 

Lufta.ROW821

 

P1011124

 

P5200305