Die Chronik des Bremer Verein für Luftfahrt e.V.

Hier nun etwas Geschichte des BVL:

1907

werden erstmals in der deutschen Luftfahrt die Namen von Bremer Luftfahrtpionieren genannt.
Es sind dies die Gebrüder Wilhelm und Henrich Focke, sowie Walter Schudeisky, die zunächst mit flugfähigen Modellen erste Flugversuche unternehmen.

1908

folgen die ersten Flugversuche von Wilhelm und Henrich Focke mit einem Hängegleiter in der Pauliner Marsch. Wilhelm Focke wird am 18. Dezember 1908 das Patent für einen Drachenflieger mit hintereinander liegenden verschieden grossen Tragflächen erteilt . Dieses unter der Nummer 238542 eingetragene Patent bildete dann die Grundlage für alle von Focke später entwickelten Entenmodelle.

1909

wird der "Bremer Verein für Luftschiffahrt" gegründet. Zu den Gründern dieser Vereinigung gehörten unter anderem der Direktor Heinecken vom Norddeutschen Lloyd, der Präses der Handelskammer, I.K. Vietor, der Oberpostdirektor von Schlüchting, der Direktor der Gaswerke, Dr. Schütte, und der Baudirektor Gräpel.
Zusammen mit dem Norddeutschen Lloyd erhält der Bremer Verein für Luftschiffahrt den Auftrag, die Planung eines Luftschiffhafens auf dem Bremer Werder vorzubereiten.
Der erste Flugtag in Bremen wird am 14. November 1909 auf dem Rennplatz in der Vahr durchgeführt. Hans Grade führt seinen neuen Eindecker in einem knapp einstündigen Flug vor.

1910

Auf dem Exerzierplatz im Neuenlander Feld werden vier Flugzeugschuppen erstellt, von denen einer dem Bremer Verein für Luftschiffahrt gehört. Die Bremer Flugpioniere Focke, Kirchhoff, Tiemann, Schudeisky und Müller führen hier die ersten Flugversuche mit ihren Motorflugzeugen durch.

1911

werden die ersten erfolgreichen Flüge von den Bremern Müller und Rentzel auf dem Neuenlander Feld gezeigt. Die vom Senat erteilte Fluggenehmigung wird zeitweilig wieder entzogen, weil die Bauern im Neuenlander Feld Klage führen, dass der Milchertrag ihrer Kühe durch den Flugbetrieb gemindert würde.

1912

Henrich Focke, der spätere Gründer der Bremer Luftfahrtindustrie, entwickelt mit seiner Konstruktion "A IV", ausgerüstet mit einem 50 PS Argusmotor, das erste in Bremen gebaute, flugfähige Motorflugzeug. Mit diesem Muster gelingt Hans Kolthoff am 4. August 1912 der erste Flug.

1913

Der Bremer Verein für Luftfahrt, die Umbenennung erfolgte nach Aufgabe des Lufschiffhafen-Projekte, erhält am 16. Mai 1913 die Genehmigung, auf dem Exerzierplatz offiziell einen Flugstützpunkt zu errichten. Dies ist die Geburtsstunde des Bremer Flughafens, der - in mühevoller Arbeit aufgebaut - bis zum Jahre 1922 vom Bremer Verein für Luftfahrt allein ausgebaut und verwaltet wird.

1914

Am 21. Mai 1914 erfolgt die Einweihung der neuen Flugzeughalle des Vereins am Pappelwäldchen in der Nähe des Schießstandes. Von hier aus werden die Passagierrundflüge mit deutschen Piloten durchgeführt.

1917

entsteht in der Hansestadt eine "Studiengesellschaft" als eine erste Organisation für "zivile Luftfahrt".

1919

erhält die von Bremen aus angeregte "Deutsche Luftrederei", als erste privatwirtschaftliche"Lufttransportgesellschaft" im Reich überhaupt, die Genehmigung zur Beförderung von Personen und Fracht.

Am 13.6.1919

stellt der Abgeordnete Dr. Hertel in der Bremer Nationalversammlung folgenden Antrag:
" Die Nationalversammlung ersucht den Senat, dafür zu sorgen, dass so schnell wie möglich in Bremen ein Flugplatz mit Flugzeugstationen hergerichtet wird und dass eventuell einer Gesellschaft unter noch näher zu vereinbarenden Bedingungen das dafür erforderliche Gelände zur Verfügung gestellt wird."
Diesem Antrag wird am 4.7. von der Nationalversammlung einmütig zugestimmt.

1920

findet am 18.7. die offizielle Einweihung des Bremer Flughafens statt. Am 1.9. eröffnet der KLM probeweise die erste kontinentale Fluglinie Amsterdam-Bremen-Hamburg-Kopenhagen.
Am 24.9 bewilligt die Bremer Nationalversammlung über 3 Millionen R-Mark für den Ausbau eines "Flugplatzes mit Flugzeugstationen" auf dem Neuenlander Feld.

1921

wird die "Bremer Flughafen-Betriebsgesellschaft" unter Beteiligung des "Bremer Verein für Luftfahrt" gegründet und damit die erste Bodenorganisation für den örtlichen und zivilen Luftverkehr geschaffen.

1922

Freigabe der vergrößerten Flughafenanlage für den Verkehr.

1923

Gründung der Bremer Flugzeugbau AG (später umbenannt in Focke-Wulf Flugzeugwerke AG) durch die langjährigen Vereinsmitglieder Dipl.-Ing. Henrich Focke und Ing. Georg Wulf.

1924

Taufe des neu konstruierten Kleinverkehrsflugzeuges "A 16" der Focke-Wulf-Flugzeugwerke AG durch den 2. Vorsitzenden des "Bremer Verein für Luftfahrt", Prof. Dr. Grosse, auf den Namen "Bremen".

1925

Nach Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse nach der Inflation Wiederaufnahme sportlicher Betätigung in der Luftfahrt durch Ballonfahrer und Modellbauer.

1927

Versuch der ersten Ost-West-Atlantiküberquerung mit dem Junkerflugzeug "W 33 L" durch die beiden Vereinsmitglieder Cornelius Edzard und Günther von Hünefeld (Versuch misslang)

1928

Gelungene Atlantiküberquerung von Ost nach West durch die Herren Köhl, von Hünefeld und Fitzmaurice mit der "Bremen".

1929

Die Motorflieger des BVL erwerben bei den Focke-Wulf-Werken ihr erstes Sportflugzeug, einen Doppeldecker "S 24 Kiebitz".

1933

Auflösung des Bremer Verein für Luftfahrt e.V.. Übergabe der Fluggeräte an die Ortsgruppe Bremen des Deutschen Luftsportverbandes.

1937

wird ein festes Startbahnsystem auf dem Neuenlander Feld gebaut - das erste in Deutschland überhaupt.

1939

kommt mit Kriegsausbruch auch in Bremen der zivile Luftverkehr vollständig zum Erliegen.

1944/45

werden alle Flughafenanlagen zerstört.

1945/48

wird das Neuenlander Feld als Militärflughafen verwendet.

1949

wird am 27. Januar der Verkehrsflughafen in die Zivilverwaltung zurückgegeben.

1950

Neugründung des "Bremer Verein für Luftfahrt e.V." unter der Leitung des Direktors der Focke-Wulf-Werke, Dr. Naumann.
Wiederaufnahme des Sportbetriebes durch die Ballonfahrer und Modellflieger.

1951

mit der Wiederfreigabe des Segelfluges durch die Besatzungsmächte wird auf dem noch wenig frequentierten Flughafen der Flugbetrieb wieder aufgenommen.

1955

mit der Freigabe des Motorfluges in Deutschland eröffnet der Bremer Verein für Luftfahrt unter der Leitung von Hans-J. Schulze wieder seine im Jahre 1929 gegründete Flugschule.

1959

Bau einer neuen Flugzeughalle.

1964

Fertigstellung des "Fliegerturms".

1969

Verlegung des Segelflugbetriebs vom Bremer Flughafen nach Osterholz-Scharmbeck.

1972

Gründung der Fallschirmsportgruppe.

1980

Erstellung von 2 Rundhallen auf dem Verkehrsflughafen Bremen.

1981

Fertigstellung der Schulungsräume und Installation eines Flugsimulators.

1983

Gründung der Ballonfahrergruppe der Heissluftballone.

1997

Gründung der UL-Gruppe.

2000

50jähriges Bestehen des BVL nach Wiedergründung.
Auflösung der Fallschirmgruppe in Hüttenbusch.